Nun stehen die Container für Asylsuchende
Ein Teil davon ist bezugsbereit. Die Unterkunft sorgt für Diskussionen
Auf der Baustelle an der Mettelitobelstrasse am Dorfrand von Glattfelden herrscht zwar noch immer Betrieb, doch seit Ende Oktober sind die ersten vier von insgesamt zwölf für Asylsuchende bestimmten Wohneinheiten in Glattfelden bezugsbereit.

Gemeindepräsident Marco Dindo nimmt selbst einen Augenschein vor Ort über die Fortschritte der Bauarbeiten. «Geplant ist, dass am 28. Oktober die ersten acht bis zehn Asylanten einziehen werden, alles Männer aus verschiedenen Herkunftsländern.» Diese waren bisher an der Dorfstrasse 120 untergebracht

Mehr Asylsuchende erwartet
In den nächsten Tagen werde die Dorfstrasse 118 geräumt. Deren Bewohner ziehen ebenfalls in die erste Containerzeile ein. Sobald die weiteren Einheiten bezugsbereit seien, würden zwei Familien einziehen könne. Sie sind momentan im ehemaligen Hauswartshaus des Schulhauses Zweidlen sowie im Haus, welches zum Schulhaus Eichhölzli gehört, untergebracht.
Die Planung sei schwierig, betont Dindo. So dürften die Mietwohnungen an der Eichhölzlistrasse, welche die Gemeinde momentan acht Personen zur Verfügung stellt, nicht zu früh gekündigt werden. «Aufgrund der hohen Quote von 1,6 Personen pro 1000 Einwohner wird uns der Kanton wohl zusätzliche Personen zuweisen. Für diese muss es Platz im neuen Provisorium geben. Bis Ende Dezember werden wohl sämtliche 48 Plätze besetzt sein.» Die Kosten für das Provisorium, welches für drei Jahre angedacht ist, betragen auf 1,2 Millionen Franken.
Bedenken der Anwohner
Man habe in der Gemeinde noch nie Probleme mit Asylsuchenden gehabt, sagt der Gemeindepräsident. Und doch: Einige Anwohnende machen sich Sorgen. Wie einem Bericht des «Glattfelders » zu entnehmen ist, sind auch nicht alle Asylsuchenden glücklich. Moniert werden die engen Platzverhältnisse und der Verlust an Privatsphäre. Es sei sehr schwierig, so zu leben, sagt etwa Ruzgar S., ein 32-jähriger kurdischer Flüchtling aus dem Iran, welcher seit vier Jahren in Glattfelden lebt und gut Deutsch spricht. Er lebte vorher an der Dorfstrasse 120 und hatte ein Zimmer für sich allein. «Die Container sind klein, und das Zusammenleben auf so engem Raum ist sehr schwierig. Wir brauchen nicht nur ein Dach über dem Kopf. Wir brauchenauch etwas Würde und Respekt in unserem Leben.
Jeder seine eigene Geschichte
Auf diese Äusserungen gingen einige Kommentare aus der Leserschaft ein. So wird nicht von allen Glattfeldern verstanden, dass Menschen, welche Zuflucht vor schwierigen Lebensumständen suchen, sich über die angebotene Unterkunft beschweren. Die Gemeinde investiere erhebliche Summen, um diesen Menschen eine sichere Unterkunft zu bieten. «Diese Mittel stammen aus den hart erarbeiteten Steuergeldern unserer Einwohner», so einer der Kommentare. Aus einem weiteren Kommentar lässt sich zwar ein gewisses Verständnis für die Asylsuchenden herauslesen, dennoch wird relativiert. «Wir geben euch ein Dach über dem Kopf, Essen, Mobiliar, Elektronikgeräte. Arzt und Zahnarzt werden bezahlt. Aber ich und wir anderen müssen für alles selbst aufkommen. Ich arbeite den ganzen Tag, damit ich am Ende des Monats alle Rechnungen bezahlen und Essen für die Kinder kaufen kann. Den Zahnarzt zahle ich selbst, die Versicherungen auch.

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