Brunch, Musik und ein Hauch Duft der weiten Welt

Mit über 200 Gästen war der 1.-August-Brunch im Werkhof Wisengrund sehr gut besetzt. Die Gäste genossen das gemütliche Zusammensein und die Musik. Festredner war Aviatiker Tom Bolli.

Gemeindepräsident Marco Dindo beim trationellen Zopfschneiden für die vielen Gäste

Die Musikgesellschaft Glattfelden begeistert mit rassigen Melodien.
Kurz nach 9 Uhr stehen die Gäste bereits Schlange. Sie alle freuen sich auf einen feinen Brunch, rassige und gemütliche musikalische Klänge und auf das Zusammentreffen mit Bekannten. Eingeladen haben die Gemeinde sowie die Vereinigung der Glattfelder Ortsvereine (VGO). Neun Helferinnen und Helfer der örtlichen SVP und der VGO-Vorstand sorgen für einen reibungslosen Service. Kein kulinarischer Wunsch bleibt unerfüllt. 22 Kilo Brot, elf Zöpfe, über fünf Kilo Fleisch, diverse Käsesorten und Birchermüesli stehen am Buffet bereit, weiss VGP-Präsident Markus Lee. Dank den ersten zaghaften Sonnenstrahlen und den angenehmen Temperaturen füllen sich auch die Bänke im Freien.

«The Galloways» sorgen mit klangvollen Stücken für Gemütlichkeit. «Alls was bruchsch uf de Welt, das isch Liebe» erklingt, und die Gäste schunkeln mit. «Wer gerne singt, soll nach vorne kommen», sagt Bandmitglied Andy Maag. Und schwupps, schon sorgt der Männerchor für eine musikalische Spontaneinlage. Mit rassigen Klängen spielt anschliessend die Musikgesellschaft Glattfelden auf und begeistert das Publikum mit ihrem breiten und modernen Repertoire. Mitklatschen ist angesagt.

Festredner Tom Bolli zieht Parallelen zwischen Aviatik und Demokratie.

Rede bewusst nicht von Chat GPT geschrieben

Mit Spannung erwartet wird die Rede von Tom Bolli. Marco Dindo stellt den ehemaligen Militär- und Linienpiloten und jetzigen Simulatorinstruktor vor und zählt dessen Titel und berufliche Laufbahn auf. «Ich wusste nicht, dass mein ganzes berufliches Leben heute so ausführlich erwähnt wird», sagt Bolli lachend und gewinnt die Herzen des Publikums mit seiner eindrücklichen und humorvollen Rede im Nu. «Der Gemeinderat entschied vor ein paar Jahren, keine Politiker mehr für die Rede zum 1. August einzuladen. Doch wo verläuft die Grenze zwischen einem Politiker und einem politisch interessierten Bürger?» Das sei eine Gratwanderung. Seine Rede – «bewusst ohne Chat GPT geschrieben» – solle zum Denken anregen, aber durchaus positive Botschaften hinüberbringen.

Bolli gelingt es immer wieder, Parallelen zwischen der Fliegerei und der gelebten Demokratie zu ziehen. Er plädiert für Toleranz und ein gemeinsames Verständnis von Kultur. «Man muss immer wieder investieren und kämpfen, um so gut zu bleiben, wie wir sind.» Ob das demokratische Zusammenleben auch in Zukunft noch funktionieren werde? Bolli zeigt sich zuversichtlich. «Doch wir dürfen nie aufhören, kritisch zu denken.» Ein weiterer wichtiger Pfeiler für eine gut funktionierende Gesellschaft sei der Einsatz jedes Einzelnen für die Gemeinschaft. Damit spricht er das Engagement in Vereinen, Behörden und bei der Pflege von Kranken an. «Der Lohn von ehrenamtlichem Engagement ist Zufriedenheit und die Überzeugung, etwas wenn auch noch so Kleines für die Gemeinschaft erbracht zu haben.» Gerne wäre Bolli mit den Gästen noch gemütlich zusammengesessen und hätte über seine Aussagen bei einem Bier diskutieren wollen. Doch die Pflicht ruft. Es geht weiter in den Flugsimulator.

Quelle: Ruth Hafner Dackerman

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