Bildende Kunst, Rap und Philosophie

Die drei Gewinner des Kulturpreises Züri Unterland standen bereits im Vorfeld fest. Am Samstagabend wurde ihnen in feierlichem Rahmen das Gewinnerzertifikat übergeben – 3000 Franken und ganz viel Ruhm und Ehre inbegriffen.

Mit 70 Personen ist der Saal im GKZ am Samstagabend voll besetzt. Gekommen sind nicht nur die Gewinner des Kulturpreises mit ihren Angehörigen, sondern auch zahlreiche an Kultur interessierte Personen. Corin Meier als stellvertretende Geschäftsleiterin von Standort Zürcher Unterland hat die Organisation dieses Anlasses übernommen. Sie sei sehr glücklich über die Auswahl der Gewinner. «Es wäre schön, wenn wir 2027 wiederum einen Kulturpreis vergeben könnten.»

Bülachs Stadtpräsident Mark Eberli gratuliert in seinen Begrüssungsworten den Preisträgern. «Mit dem Kulturpreis möchten wir die Wichtigkeit der Kultur hervorheben. Vielfältige und gelebte Kultur ist wesentlich für die Lebensqualität im Unterland.» Marco Dindo, Gemeindepräsident von Glattfelden, freut sich, dass der Anlass im altehrwürdigen Gebäude aus dem Jahr 1526 stattfindet. «Was gibt es Schöneres, als einen Kulturpreis in einem Kulturzentrum zu überreichen?» Dieser Preis sei nicht nur eine Ehrung, sondern auch eine Ermutigung, die Kulturszene weiterhin zu bereichern und zu inspirieren.

Als besondere Überraschung durften sich die Preisträger und die Behördenvertreter vorgängig ein musikalisches Lieblingsstück aussuchen. Barbara Bohnert setzt diese Wünsche professionell und mit viel Gefühl am Piano um. Mit viel Spannung wird nun der Auftritt der Preisträger erwartet. «Es war keine einfache Aufgabe für die vierköpfige Jury, aus 52 Kandidaten die besten drei auszuwählen», sagt Corin Meier und erwähnt augenzwinkernd die 42’880 eingegangenen Zeichen für Begründungen, warum die nominierte Person gewinnen sollte.

Eine einheimische Gewinnerin

Sabine Böni Bogo ist eine der Gewinnerinnen. Kathrin Howald ehrt die Glattfelder Künstlerin in ihrer Laudatio. «Ihre Werke sind mutig, einzigartig, authentisch und machen das Innere sichtbar.» Seit dem Jahr 1992 mache sie bildende Kunst, erzählt Sabine Böni Bogo beim anschliessenden Apéro. Es sei ihr wichtig, Naturmaterialien in Bilder zu integrieren. «Der Preis bedeutet für mich eine sehr schöne Anerkennung nach langjährigem Schaffen.»

Glattfeldens Gemeindepräsident Marco Dindo gratuliert der Künstlerin Sabine Böni Bogo

Kulturpreis und bald schon den Doktortitel

In einer ganz anderen Sparte wird MzumO alias Moritz Haegi aus Bachenbülach geehrt. Fabian Marmo hält die Laudatio und betont, dass hinter der Rapmusik eine Message stehe, welche unter die Haut gehe. «Nun trägt seine Arbeit langsam Früchte.» Er mache Rap mit politischen Themen, erklärt der 31-Jährige, der momentan an seinem Doktorat zum Thema Westjordanland dran ist. «Schön, dass ich für mein Schaffen gewürdigt werde. Schön, dass die eigene Region mich unterstützt. Das motiviert mich, weiterzuarbeiten.»

Gelebte Philosophie

Der nächste Preis geht an das Team von Bistro Philosophe aus Dielsdorf. In seiner Laudatio hält Felix Althaus fest, wie wichtig es sei, dass Philosophie gelebt werde. «Es gibt kaum ein aktuelles Thema, welche im Bistro Philosophe nicht zur Sprache kommt.» Und er schliesst mit einem Zitat von Erich Kästner: «Es gibt nichts Gutes. Ausser man tut es.» Regina Dössegger gehört seit 20 Jahren zum Team. Im Bistro Philosophe gebe es ein breites Angebot – Musik, Studiofilme, Diskussionen, Lesungen und Theater. «Der Preis bedeutet für uns eine Wertschätzung unseres kulturellen Schaffens in der Agglomeration.»

Der Abend findet mit vielen Gesprächen und einem von der Gemeinde Glattfelden offerierten reichhaltigen Apéro seinen Ausklang. Ja, es sei nicht einfach gewesen, aus 52 Nominationen drei Sieger zu küren», sagt Jurymitglied Konrad Erni. «Nun bin ich aber sehr zufrieden, dass verschiedene kulturelle Bereiche berücksichtigt worden sind.»

Quelle: Ruth Hafner Dackerman



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