Mitarbeitende im Milizsystem, wie Kolleginnen und Kollegen Job und Engagement unter einen Hut bringen.
Die AMAG Gruppe gewährt Mitarbeitenden, die sich gemeinnützig oder im Milizsystem engagieren, beispielsweise im Gemeinderat, in der Feuerwehr oder im Samariterverein, bis zu fünf bezahlte Arbeitstage pro Jahr. «Family» hat bei Kolleginnen und Kollegen nachgefragt, warum sie sich für ihr Amt entschieden haben und wie sie ihren Job und ihre Miliztätigkeit unter einen Hut bringen.
Autor Laila Salama
Family: Marco, warum wolltest du Gemeindepräsident werden?
Ich bin 2004 nach Glattfelden gezogen und habe dann in der Schulpflege begonnen. Als ich Schulpräsident wurde, habe ich gemerkt, was ich bewegen kann. Da hat es sich für mich abgezeichnet, dass ich in den Gemeinderat möchte. 2014 wurde ich für das Ressort Bildung in den Gemeinderat gewählt, in den kommenden Jahren war ich noch für andere Ressorts verantwortlich. 2022 wurde ich dann zum Gemeindepräsidenten unserer 5500-Einwohner-Gemeinde gewählt, was mich sehr stolz macht.
Welche Fähigkeiten brauchst du in dieser Tätigkeit?
Als Gemeindepräsident habe ich viele repräsentative Aufgaben. Man braucht also ein sicheres Auftreten und einen Draht zu den Menschen. Ich mache auch Sprechstunden für die Bevölkerung, an denen ich mir ihre Sorgen und Probleme anhöre. Man muss offen sein und auf Leute zugehen können. Zudem sollte man ein Organisationstalent sein und neue Ideen einbringen können. Und man braucht ein dickes Fell,
denn nicht alle sind immer mit dem Gemeinderat zufrieden.
Und welche Fähigkeiten aus deinem Job bei der AMAG fliessen ein?
Ich arbeite seit rund 40 Jahren in der Informatik. Hier kann ich mein Wissen gewinnbringend in der Gemeinde einbringen. So ist Glattfelden beispielsweise die erste Schweizer Gemeinde, die SwissGPT, eine sichere KI-Anwendung auf der Basis von ChatGPT, für ihreMitarbeitenden eingeführt hat.
Wie jonglierst du deinen 100%-Job bei der AMAG und die Arbeit als Gemeinderat?
Ich habe etwas weniger Freizeit, aber solange beides Spass macht, geht das sehr gut. Ich finde es toll und möchte mich auch bedanken, dass mir die AMAG Gruppe fünf bezahlte Arbeitstage gewährt. Diese nutze ich vor allem, um an Tagesveranstaltungen teilzunehmen. Die Gemeinderatssitzungen finden alle zwei Wochen und immer abends statt, dank einem eingeführten Tool sind wir sehr effizient unterwegs.
Glattfelden ist eine der Gemeinden, die das radioaktive Endlager betreffen wird. Was bedeutet das für deine Arbeit?
Ja, die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hat vorgeschlagen, das Endlager für schwach-, mittel- und hochradioaktives Material ca. 2055 in unserer Region, Nördlich Lägern, in Betrieb zu nehmen. Für Glattfelden bedeutet das, dass unter unserem Boden ziemlich sicher hoch-radioaktives Material gelagert wird. Die Gemeinde Stadel wird hier noch stärker betroffen sein, da sie Sichtkontakt zum Gebäude hat, wo das Material in den Untergrund transportiert wird. In der Bevölkerung ist es derzeit noch kein grosses Thema, da 2055 sehr weit weg ist, aber bei mir stehen dadurch zusätzliche Meetings in verschiedenen Gremien an, zum Beispiel mit der Nagra, dem Bundesamt für Energie (BFE), dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) und dem Zürcher Regierungsrat.


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